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Inhaltsübersicht

  • Warum Ernährung der stärkste „Hebel“ ist
  • Warum es so viel Verwirrung gibt (und was ich daraus gelernt habe)
  • Moderne Problemfelder: Weizen, Zucker, Frittiertes/Transfette
  • Low-Carb + Essfenster: pragmatisch statt dogmatisch
  • Meine 10-Minuten-Routine: Mittagsbox + einfaches AbendessenWas du im Mund schnell merkst (Zahnfleisch & Entzündungszeichen)
Tipp: Empfehlen Sie diese Informationen auch gerne weiter – an Freunde, Bekannte oder Kolleginnen und Kollegen. Sie helfen damit nicht nur ihnen, sondern entlasten langfristig auch unser Gesundheitssystem.
Ein lächelnder junger Mann mit rotem Bart und zurückgebundenen blonden Haaren trägt ein weißes Hemd.
Dr. Felix Denz M.Sc.
Zahnarzt für ganzheitliche Zahnmedizin in Wien

Warum Ernährung der stärkste „Hebel" ist

Wenn ich Patienten frage, was sie für ihre Gesundheit tun, höre ich oft: Sport, Schlaf, Stressabbau. Das alles ist wichtig – keine Frage. Aber keiner dieser Faktoren hat einen so direkten, so messbaren Einfluss auf Ihren Körper wie das, was Sie täglich essen.
Jede Mahlzeit ist eine Entscheidung: Versorge ich meine Zellen mit dem, was sie brauchen – oder nicht? Über Wochen und Monate summiert sich das. Entzündungen entstehen nicht über Nacht. Sie entwickeln sich leise, über Jahre – und zeigen sich irgendwann: im Zahnfleisch, in den Gelenken, im Herz-Kreislauf-System.
Die gute Nachricht: Genauso wie schlechte Ernährung schaden kann, kann gute Ernährung heilen – oder zumindest schützen. Und das merken meine Patienten oft schneller, als sie denken.

Warum es so viel Verwirrung gibt (und was ich daraus gelernt habe)

Fett war jahrzehntelang der Feind. Dann war es Fleisch. Dann Gluten. Dann Zucker. Dann wieder alles in Maßen. Es ist kein Wunder, dass viele Menschen einfach aufgeben und essen, was ihnen schmeckt.
Die Verwirrung hat mehrere Ursachen: widersprüchliche Studien, Interessen der Lebensmittelindustrie, und Medien, die aus jeder Ernährungsstudie eine Schlagzeile machen. Was heute „gesund" ist, gilt morgen als problematisch.
Was ich in der Praxis und durch eigene Auseinandersetzung mit dem Thema gelernt habe: Es gibt ein paar Grundprinzipien, die sich durch fast alle seriösen Ansätze ziehen – und die ich hier teilen möchte. Kein Dogma, keine Verbote, kein schlechtes Gewissen. Nur ein pragmatischer Blick auf das, was wirklich zählt.

Nährstoffdichte statt „leere Kalorien"

Der Begriff, der alles erklärt, heißt Nährstoffdichte. Er beschreibt, wie viele wertvolle Inhaltsstoffe – Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, gesunde Fette, Proteine – ein Lebensmittel im Verhältnis zu seinen Kalorien liefert. Ein Ei ist nährstoffdicht. Eine Walnuss ist nährstoffdicht. Fetter Fisch ist nährstoffdicht. Vollfett-Joghurt, Avocado, Brokkoli – allesamt nährstoffdicht.
Ein Toast ist es nicht. Ein Müsli aus dem Supermarkt meist auch nicht. Ein Croissant ganz sicher nicht. Das Problem mit Weißbrot, Cornflakes, Reiswaffeln oder Fruchtjoghurt ist nicht, dass sie „verboten" wären. Das Problem ist: Sie liefern vor allem Kalorien – und kaum etwas, was Ihr Körper wirklich braucht. Gleichzeitig lassen sie den Blutzucker schnell ansteigen, lösen eine Insulinreaktion aus – und kurz darauf haben Sie wieder Hunger. Ein Kreislauf, der auf Dauer erschöpft, auffüllt und entzündet.

Moderne Problemfelder: Weizen, Zucker, Frittiertes und Transfette

Drei Lebensmittelgruppen stechen heraus, wenn es um stille Entzündungen im Körper geht: Weizen und Weißmehlprodukte Moderner Weizen enthält eine Reihe von Eiweißen – darunter Gluten – die bei vielen Menschen den Darm reizen, auch wenn keine klassische Zöliakie vorliegt. Hinzu kommt: Weißmehlprodukte haben einen sehr hohen glykämischen Index, treiben also den Blutzucker schnell nach oben. Die Nährstoffdichte ist gering. Wer Brot isst, sollte echtes Sauerteig-Vollkornbrot wählen – oder auf Low-Carb-Alternativen umsteigen.
Zucker Zucker ist in kaum einem anderen Kontext so gut erforscht wie in der Zahnmedizin – und die Ergebnisse sind eindeutig. Aber die Schäden hören nicht im Mund auf. Chronisch hoher Zuckerkonsum fördert Entzündungen im gesamten Körper, belastet die Leber, stört den Hormonhaushalt und begünstigt die Entstehung von Stoffwechselerkrankungen. Besonders tückisch: Zucker versteckt sich in Produkten, die als „gesund" vermarktet werden – Fruchtsäften, Müslis, Light-Produkten, Fertigsaucen.
Frittiertes und Transfette Industriell gehärtete Fette und stark erhitztes Öl erzeugen beim Kochen chemische Verbindungen, die im Körper oxidativen Stress auslösen. Fertiggerichte, Fast Food und günstige Backwaren sind die häufigsten Quellen. Gute Fette – Butter, Olivenöl, Kokosfett, Tierfette aus guter Haltung – sind dagegen wertvolle Energielieferanten und wichtig für viele Körperfunktionen.

Low-Carb + Essfenster: pragmatisch statt dogmatisch

Zwei Konzepte haben sich für mich als besonders wirksam und alltagstauglich erwiesen:
Low-Carb bedeutet nicht, gar keine Kohlenhydrate zu essen. Es bedeutet, den Fokus weg von Brot, Pasta, Reis und Zucker hin zu Gemüse, Eiern, Hülsenfrüchten, Nüssen, Fisch und Fleisch zu verschieben. Haferflocken in Maßen, dunkle Schokolade, etwas Obst – das hat alles seinen Platz. Es geht um das Grundmuster, nicht um Perfektion.
Intermittierendes Fasten – also ein zeitlich begrenztes Essfenster am Tag – ist einer der am besten untersuchten Ansätze zur Förderung von Zellregeneration, Entzündungshemmung und Gewichtsregulation. Die einfachste Variante: kein Frühstück. Wasser, schwarzer Kaffee oder Tee am Morgen – und die erste Mahlzeit mittags. Was anfangs ungewohnt klingt, wird für die meisten Menschen nach wenigen Tagen zur Routine. Die älteste Beobachtung der Ernährungswissenschaft gilt nach wie vor: Wer dauerhaft moderat weniger isst, lebt gesünder – und nach allem, was wir wissen, auch länger. Wochenende, Urlaub, Geburtstag – natürlich darf man Ausnahmen machen. Es geht um die Regel, nicht um die Ausnahme.

Meine 10-Minuten-Routine: Mittagsbox + einfaches Abendessen

Das Beste an diesem Ansatz: Er kostet kaum Zeit.
Morgens - Fasten Intermediäres Fasten, also nichts außer Wasser, schwarzen Kaffe & Tee.
Mittags – die Joghurt-Box Abends in rund 10 Minuten vorbereitet, hält sie mehrere Tage im Kühlschrank. Ich mixe Skyr (sehr proteinreich) mit Bio-Haferflocken, Walnüssen, Kakao-Nibs von KoRo(100 % Kakao), Kokosflocken, Flohsamen und Grapefruit. Das ist kein Kompromiss – das ist ein vollständiges, nährstoffreiches Mittagessen, das satt macht, den Blutzucker stabil hält und Ihrem Körper alles gibt, was er braucht.
Zwei Brotdosen aus Edelstahl mit Blaubeeren, Kiwi, Erdbeeren, Kokosflocken, Kakaonibs und Goji-Beeren.
Abends – die klassische Brotzeit (mit low-carb-brot!) Low-Carb-Brot mit viel Butter, drei Eiern, einem Salat mit Hülsenfrüchten und Feta. Einfach, schnell, sättigend. Gelegentlich ein Brot mit Frischkäse und einem Hauch Honig – das ist völlig in Ordnung.
Montag bis Freitag läuft das fast automatisch. Das Wochenende bleibt flexibel.

Was Sie im Mund schnell merken: Zahnfleisch & Entzündungszeichen

Warum erzähle ich Ihnen das als Zahnarzt/Zahnärztin? Weil der Mund das Fenster zum Rest des Körpers ist. Zahnfleischentzündungen – also Gingivitis und Parodontitis – entstehen zwar durch Bakterien, aber wie stark Ihr Körper auf diese Bakterien reagiert, hängt wesentlich von Ihrem Entzündungsstatus ab. Und den beeinflusst Ihre Ernährung jeden Tag.
Patienten, die auf Zucker und Weißmehl verzichten, intermittierend fasten und auf nährstoffreiche Lebensmittel setzen, zeigen bei Kontrolluntersuchungen häufig deutlich gesünderes Zahnfleisch – weniger Blutung, weniger Taschenbildung, bessere Heilung nach Behandlungen. Das ist keine Theorie. Das sehe ich in meiner Praxis.
Ernährung ist keine Ergänzung zur Zahnpflege. Sie ist ein Teil davon.
Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Sprechen Sie mich gerne beim nächsten Termin an.